Artikel in der RNZ vom 06.07.11

Biologe legt sich mit Großkonzern an

 

Von Nicoline Pilz

Edingen-Neckarhausen. Jörg Dittrich ist richtig sauer. „Erbost“ würde seine Emotion wohl am besten treffen, wenn sein Blick auf die gegenüberliegende Müllumladestation und dann zurück auf Äcker des Obstbaubetriebs Hauck schweift.

Den betreibt der Biologe betreibt zusammen mit seiner Frau Isabelle Hauck. Unter anderem hat der Betrieb Felder im Gewann „Die Milben“. Dort, wo früher die Firma Seichter, dann Sita-Bormann Beton und Müll schredderten, lädt das inzwischen an den französischen Großkonzern GDF Suez SA verkaufte Unternehmen Sita Abfall um. Auf besagtem Gelände werden Säcke mit wieder verwertbaren Müll zwischengelagert.

Seit einem Jahr, so schildert Dittrich der RNZ vor Ort, landet ein Teil dieses Mülls in seinen angrenzenden Äckern. Krähen stürzen sich auf leere Joghurtbecher und auf glitzernde Getränkebeutel. Sie schleppen Plastiktüten, Folien oder leere Zahnpastatuben umher, kennen anscheinend bereits das Geräusch der anfahrenden Lkw, um sich dann sofort beim Ausladen auf die Portionspackungen zu stürzen.

Dass es dort etwas zu holen gibt, hat sich beim Krähenvolk offenbar herumgesprochen. Der Ort ist ein beliebter Treffpunkt der schwarzen Gesellen. Auch Kaninchen und Ratten fühlen sich wohl, meint der 46-Jährige.

Vor allem auf der direkt benachbarten Apfelplantage mit drei Hektar Fläche, wo derzeit Frühäpfel reifen sollten, liegen Verpackungen auf dem Boden und hängen Folien zwischen den Bäumen. Der Obstbaubetrieb lässt immer wieder den Boden zwischen den Baumreihen mulchen und die Überreste einsammeln. Das kostet Zeit und Geld. Aber Folien und Aluminium verrotten schließlich nicht, und bei der Erzeugung qualitätsgeprüfter Äpfel lässt der Obsterzeuger jede Sorgfalt walten.

Dittrichs Ärger nimmt zu, wenn er sich die Früchte ansieht. Die Vögel fressen nahezu jeden Apfel an und dadurch sei der Ausfall enorm, obwohl der Jagdpächter „permanent unterwegs“ sei. Die Spitzen vieler neu gepflanzter Bäumchen sind abgeknickt, weil die Krähen sich darauf setzen und die Jungbäume sie nicht tragen können. Pro Hektar ernte der Betrieb zwischen 30 bis 45 Tonnen Äpfel. Jetzt seien es nur noch 20 Tonnen.

Sobald der eine Acker leergefressen ist, wenden sich die gefiederten Räuber dem nächsten zu. Auf einer Fläche von insgesamt acht Hektar verzeichnet Dittrich seit dem vergangenen Jahr einen Schaden im sechsstelligen Bereich. Auf diese Summe will er die Firma nun verklagen. Sein Argument: Der Betrieb gehe unsachgemäß mit dem Müll um. „Ich habe Zeugen, dass es nicht so schlimm war, bevor die Umladestation kam“, betont er. Und führt an, er habe sich erkundigt: Kein Landwirt im Rhein-Neckar-Kreis habe solche Probleme mit Vogelfraß. „Nur hier.“

Betroffen seien weitere Landwirte, die wohl ebenfalls meckern, aber nicht aufbegehren. Während das Gewerbeaufsichtsamt zwar bestätigt, dass Gespräche mit Sita Suez laufen, sich ansonsten aber bedeckt hält, erklärt Dittrich, die Firma habe offenbar Auflagen nicht erfüllt. Die Mitarbeiter vor Ort nimmt er in Schutz. Die Wege zum französischen Mutterkonzern sind wohl weit. Angeblich wollte das Unternehmen vor längerer Zeit bereits dort eine Halle bauen.

Möglich, dass auch dieses Thema heute Abend zur Sprache kommt. Jörg Dittrich hat Behörde, Gemeindeverwaltung und den Gemeinderat um 18 Uhr zu einer Ortsbegehung eingeladen.

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